Schätzungsweise mehrere Millionen Bestandsdächer in Deutschland sind sanierungsbedürftig - und ab 2026 löst jede vollständige Dacherneuerung in mehreren Bundesländern automatisch die Pflicht zur PV-Installation aus. Für Solarteure bedeutet das: Ein riesiger, bislang ungenutzter Auftragspool öffnet sich. Wer sich jetzt positioniert, gestaltet einen strukturellen Nachfrageboom aktiv mit - statt ihn zu verschlafen.

Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Regelungen in welchen Bundesländern gelten, welche Herausforderungen Bestandsdächer mit sich bringen und wie du mit einem präzisen digitalen Aufmaß-Workflow schon heute schneller und sicherer Aufträge gewinnst.


Neue Solardachpflicht 2026: Was du als Solarteur wissen musst

Die Solardachpflicht ist in Deutschland Ländersache - und die Bundesländer ziehen unterschiedlich schnell nach. Entscheidend für Solarteure: Es geht nicht mehr nur um Neubauten. Ab dem 1. Januar 2026 gilt in Nordrhein-Westfalen die Solardachpflicht auch bei vollständigen Dachsanierungen (vollständige Erneuerung der Dachhaut) für alle Wohn- und Nichtwohngebäude. Das ist ein Wendepunkt: Jede umfassende Dacherneuerung wird zum Auslöser für eine PV-Anlage.

NRW ist dabei kein Einzelfall. Baden-Württemberg hat diese Regelung für Bestandsgebäude bereits seit dem 1. Januar 20231seit dem 1. Januar 2023 in Kraft - mit einer Anforderung von mindestens 60 Prozent der geeigneten Dachfläche. Und Schleswig-Holstein hat zum März 2026 die Solarpflicht für Neubauten von Wohngebäuden eingeführt.

Solardachpflicht 2026: Regelungen nach Bundesland im Überblick
BundeslandPflicht bei Dachsanierung?MindestanforderungIn Kraft seit / ab
Baden-Württemberg✅ Ja (Wohn- & Nichtwohngebäude)mind. 60 % der geeigneten Dachfläche01.01.2023
Nordrhein-Westfalen✅ Ja (alle Gebäudetypen)30 % der geeigneten Dachfläche (Bestand)01.01.2026
Schleswig-Holstein⚠️ Nur Nichtwohngebäude bei SanierungGesamte geeignete Dachfläche; Neubauten Wohnen ab März 2026 PflichtNeubau ab 29.03.2026
Berlin✅ Ja (wesentlicher Dachumbau)mind. 30 % der Nettodachfläche01.01.2023
Hamburg✅ Ja (ab 50 m² Dachfläche)Anteilig geeignete Fläche01.01.2024
Bremen✅ Ja (ab 80 % der Dachfläche erneuert)mind. 50 % der Bruttodachfläche01.07.2024

lightbulb Tip

Energy Sharing als zusätzlicher Wachstumstreiber: Ab dem 1. Juni 2026 tritt der neue §42c EnWG in Kraft und ermöglicht erstmals das sogenannte Energy Sharing in Deutschland. PV-Anlagenbetreiber können ihren Solarstrom über das öffentliche Netz direkt mit Nachbarn oder Mietern teilen. Das macht PV-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern und Bestandsgebäuden noch attraktiver - und schafft weiteren Bedarf an präziser PV-Planung für eben diese Gebäude.


Die Regelungen im Detail: Bundesland für Bundesland

Nordrhein-Westfalen: Bestandsdächer werden zum Pflichtfall

In NRW greift die Solardachpflicht für Bestandsgebäude ab dem 1. Januar 2026 immer dann, wenn die gesamte Dachhaut vollständig erneuert wird - also Eindeckung und Abdichtung komplett ersetzt werden. Geregelt ist das in § 42a der Landesbauordnung NRW2§ 42a der Landesbauordnung NRW.

Die konkreten Mindestanforderungen bei Bestandsgebäuden:

  • 30 % der geeigneten Dachfläche müssen mit PV belegt werden
  • Alternative: Mindestleistung von 3 bis 8 kWp je nach Gebäudegröße (für Gebäude bis 10 Wohneinheiten)
  • Ausnahmen gelten nur bei technischer Unmöglichkeit, Denkmalschutz oder nachgewiesener Unwirtschaftlichkeit (Amortisation > 25 Jahre)

Wichtig: Die Solardachpflicht gilt in NRW ab einer Gebäudenutzfläche von mindestens 50 Quadratmetern - kleinere Gebäude sind ausgenommen.

Baden-Württemberg: Vorreiter mit 60-Prozent-Regel

Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das die Pflicht auf Dachsanierungen ausgeweitet hat. Seit dem 1. Januar 2023 gilt in Baden-Württemberg bei grundlegenden Dachsanierungen eine Pflicht zur PV-Installation: Mindestens 60 Prozent der geeigneten Dachfläche müssen genutzt werden. Die Regelung gilt für Wohn- und Nichtwohngebäude gleichermaßen und bleibt 2026 unverändert bestehen.

Was viele übersehen: Als Alternative zur PV-Anlage kann in Baden-Württemberg auch eine Solarthermieanlage die Pflicht erfüllen. In der Praxis entscheiden sich jedoch die meisten Eigentümer für Photovoltaik - und beauftragen einen Solarteur.

Schleswig-Holstein: Neubaupflicht für Wohngebäude ab März 2026

Schleswig-Holstein hat mit der Novelle des Energiewende- und Klimaschutzgesetzes (EWKG) die Solarpflicht für private Wohngebäude eingeführt. Die Pflicht gilt für Neubauten von Wohngebäuden, wenn der Bauantrag ab dem 29. März 2026 eingereicht wird. Bei Dachsanierungen von Wohngebäuden besteht in Schleswig-Holstein hingegen keine Pflicht - diese gilt nur für Nichtwohngebäude, wenn mehr als 10 Prozent der Dachfläche saniert werden.

Für Solarteure heißt das: Neubauprojekte im Privatbereich sind im Land zwischen den Meeren jetzt automatisch PV-pflichtig.


Die echte Herausforderung: Bestandsdächer sind komplex

So klar die gesetzlichen Anforderungen formuliert sind - in der Praxis stellen Bestandsdächer Solarteure vor erhebliche Herausforderungen. Genau hier entscheidet sich, ob ein Projekt reibungslos läuft oder teure Nacharbeit nötig wird.

Drei typische Probleme bei Altbestandsdächern:

1. Komplexe Dachgeometrien Mehrfamilienhäuser und ältere Gebäude haben selten einfache Satteldächer. Gauben, Aufbauten, Walm- und Mansarddächer, Lüftungsschächte und Dachterrassen machen die Flächen schwer erfassbar - mit hohem Zeitaufwand und erheblichen Messfehlern.

2. Unbekannte Verschattungssituationen Bei Bestandsgebäuden - insbesondere in Mehrfamilienhaus-Quartieren - müssen angrenzende Gebäude, Bäume und Aufbauten für die Verschattungsanalyse korrekt erfasst werden. Eine ungenaue Analyse führt zu überschätzten Erträgen und enttäuschten Kunden.

3. Unbekannter Dachzustand Vor der PV-Planung muss klar sein, ob das Dach die statische Last der Module tragen kann. Ohne präzise Dokumentation der Dachstruktur fehlt eine belastbare Planungsgrundlage.

Ein traditionelles manuelles Aufmaß ist bei solchen Objekten besonders zeitintensiv, riskant und fehleranfällig. Dachbegehungen bei komplexen Geometrien erhöhen das Unfallrisiko - und falsche Maße rächen sich bei Systemauslegung und Montage.


Wie KI-gestütztes 3D-Drohnenaufmaß die Planung auf Bestandsdächern vereinfacht

Genau hier setzt die Airteam Fusion Plattform an. Statt zeitintensiver Dachbegehungen genügt ein kurzer Drohnenflug - alles Weitere erledigt die KI automatisch.

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Drohnenflug über das Gebäude

Ein kurzer Drohnenflug genügt - vom Boden aus, ohne jede Dachbegehung. Die Kamera erfasst alle relevanten Dachflächen, Gaubenfenster, Aufbauten und Verschattungsobjekte in einem Durchgang.

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Automatische 3D-Modellierung per KI

Die Airteam Fusion Plattform verarbeitet die Drohnenbilder vollautomatisch zu einem präzisen, DIN-zertifizierten 3D-Gebäudemodell - in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

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Verschattungsanalyse und Flächenberechnung

Das 3D-Modell liefert alle Daten für eine präzise Verschattungsanalyse: Dachneigungen, Ausrichtungen, Aufbauten und angrenzende Gebäude werden zentimetergenau erfasst.

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Export in PV-Planungssoftware

Die Daten werden direkt in PV*SOL, Eturnity, SolarEdge Designer oder andere gängige Planungstools exportiert - fertig für die Systemauslegung, ohne manuelle Übertragung.

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Angebot erstellen und Auftrag gewinnen

Mit präzisen, DIN-konformen Planungsgrundlagen erstellst du ein rechtssicheres Angebot - schneller als der Wettbewerb und mit deutlich geringerem Fehlerrisiko.

Das Ergebnis: Ein DIN-zertifiziertes 3D-Gebäudemodell mit einer Genauigkeit von bis zu 99,9 % und 1-3 cm Toleranz bei 40 m Flughöhe - bereit zur direkten Weiterverarbeitung in deiner Planungssoftware.

Nahtlose Integration in PV-Planungstools

Die Airteam-Daten lassen sich direkt in die gängigsten PV-Planungsprogramme exportieren - ohne manuelle Übertragung, ohne Medienbrüche:

  • PV*SOL (LPM-Format oder planarisierte Daten - je nach Projektgröße ideal, mehr dazu im Airteam-Leitfaden für PV*SOL)
  • Eturnity für schnelle Angebotserstellung und Kundenpräsentation
  • SolarEdge Designer für systemspezifische Auslegung
  • AutoCAD, SketchUp, SEMA und über 15 weitere Formate

Gerade bei komplexen Bestandsdächern zahlt sich das aus: Anwender der Airteam-Plattform sparen bis zu 90 % Zeit im Vergleich zum manuellen Aufmaß - und erhalten deutlich präzisere Daten für die Verschattungsanalyse.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Erfolgsgeschichte von Energieinsel: Das Unternehmen konnte durch den Einsatz von Airteam mehrere Arbeitstage pro Projekt einsparen und gleichzeitig die Planungsqualität deutlich steigern.


Energy Sharing ab Juni 2026: Noch ein Grund mehr für PV auf Mehrfamilienhäusern

Die Solardachpflicht ist nicht das einzige Thema, das den Markt 2026 bewegt. Am 13. November 2025 hat der Bundestag mit dem neuen § 42c EnWG erstmals das Energy Sharing in Deutschland gesetzlich verankert; es tritt zum 1. Juni 2026 in Kraft.

Was das konkret bedeutet: PV-Anlagenbetreiber können ihren Solarstrom ab Juni 2026 über das öffentliche Netz direkt mit Nachbarn, Mietern oder Gewerbetreibenden teilen - statt ihn zu niedrigen Einspeisevergütungen abzugeben. Das macht PV-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern und in Wohnquartieren erheblich attraktiver.

Für Solarteure bedeutet das:

  • Mehr Argumente für Eigentümer, die bisher zögerten
  • Größere Anlagen auf MFH-Dächern werden wirtschaftlich interessanter
  • Der Bedarf nach präziser Dachvermessung und optimaler Systemauslegung steigt - weil jede kWp mehr direkt zum wirtschaftlichen Ergebnis beiträgt
  • Smart-Meter-Pflicht ab 7 kW sorgt für zusätzliche Infrastrukturarbeit rund um PV-Projekte

Gerade bei Mehrfamilienhäusern - mit ihren oft komplexen Dachgeometrien - ist ein präzises 3D-Aufmaß die unverzichtbare Grundlage für eine optimale Systemauslegung.


Was das für dein Geschäft bedeutet: Drei Szenarien

Szenario 1: Du wirst von Dachdeckern als Partner gefragt

Dachdecker, die ab 2026 Dachsanierungen in NRW oder Baden-Württemberg durchführen, müssen ihren Kunden eine PV-Lösung vorschlagen - oder zumindest empfehlen können. Solarteure, die mit Dachdeckerbetrieben kooperieren und schnell ein verlässliches Angebot erstellen, werden bevorzugte Partner.

Mit einem Drohnenaufmaß erfasst du das Dach bereits beim Ersttermin und lieferst innerhalb von 24 Stunden ein vollständiges Planungsangebot - ohne Dachbegehung, ohne Verzögerung.

Szenario 2: Du akquirierst Sanierungsprojekte aktiv

Die Solardachpflicht schafft planbare Nachfrage: Immer wenn in einem Pflichtbundesland eine umfassende Dachsanierung ansteht, entsteht automatisch Bedarf. Solarteure, die gezielt Dachdecker, Hausverwaltungen oder Immobilieneigentümer ansprechen und mit schnellen, DIN-konformen Angeboten punkten, sichern sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Wie ein solches Alleinstellungsmerkmal im Vertrieb wirkt, zeigt unser Artikel über den Wettbewerbsvorteil für Solarbetriebe durch Drohne & KI.

Szenario 3: Du planst Energy-Sharing-fähige Anlagen auf MFH

Mehrfamilienhäuser werden 2026 zum zentralen Wachstumssegment - durch die Kombination aus Solardachpflicht bei Sanierung und Energy Sharing. Die Herausforderung: Diese Gebäude haben komplexe Dächer, viele Wohnparteien und hohe Anforderungen an die Systemauslegung.

Ein präzises 3D-Drohnenaufmaß ist die Voraussetzung, um hier verlässlich zu planen und keine kWp-Potenziale zu verschenken.


Fazit: Jetzt positionieren - bevor alle anderen es tun

Die Solardachpflicht bei Dachsanierungen ist kein bürokratisches Detail. Sie ist ein struktureller Nachfragebeschleuniger, der in NRW ab Januar 2026 wirkt, in Baden-Württemberg bereits seit 2023 aktiv ist und in weiteren Bundesländern schrittweise ausgeweitet wird. Kombiniert mit dem Energy-Sharing-Gesetz entsteht eine Nachfragewelle, die besonders Mehrfamilienhäuser und Bestandsdächer betrifft.

Für Solarteure, die sich jetzt gut aufstellen, gilt: Wer schnell planen kann, gewinnt den Auftrag. Und wer präzise plant, vermeidet teure Korrekturen.

Das KI-gestützte 3D-Drohnenaufmaß von Airteam ist genau dafür gemacht: Komplexe Bestandsdächer schnell, sicher und DIN-konform erfassen - und die Daten direkt in deine Planungssoftware übertragen. Kein Risiko auf dem Dach, keine Doppelarbeit, kein Medienbruch.


help_outlineGilt die Solardachpflicht bei Dachsanierung auch für Einfamilienhäuser?expand_more

Ja, in NRW ab dem 1. Januar 2026 und in Baden-Württemberg seit Januar 2023. Die Pflicht greift bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut - also nicht bei Teilreparaturen, sondern wenn Eindeckung und Abdichtung komplett erneuert werden.

help_outlineWas bedeutet die Solardachpflicht konkret für Solarteure?expand_more

Jede umfassende Dachsanierung löst in betroffenen Bundesländern automatisch den Bedarf nach einer PV-Anlage aus. Das eröffnet Solarteuren neue Aufträge direkt im Rahmen von Dachsanierungsprojekten - oft in Kombination mit Dachdeckerbetrieben.

help_outlineWarum ist das Aufmaß bei Bestandsgebäuden besonders wichtig?expand_more

Bestandsgebäude haben oft komplexe Dachgeometrien, Gauben, Aufbauten oder Dachgauben, die das manuelle Aufmaß fehleranfällig machen. Hinzu kommen unbekannte Dachzustände, die erst mit präzisen 3D-Daten sichtbar werden. Fehler im Aufmaß führen später zu kostspieligen Nachkorrekturen.

help_outlineWas ist Energy Sharing und wie verbindet es sich mit der Solardachpflicht?expand_more

Ab dem 1. Juni 2026 können PV-Anlagenbetreiber ihren Solarstrom über das öffentliche Netz mit Nachbarn oder Mietern teilen (§42c EnWG). Das macht PV-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern wirtschaftlich noch attraktiver - und erhöht den Planungsdruck, da die Anlagen optimal auf das jeweilige Gebäude ausgelegt werden müssen.

help_outlineWie kann ich mit Airteam die Solardachpflicht-Projekte effizienter abwickeln?expand_more

Mit der Airteam Fusion Plattform erstellst du aus einem einzigen Drohnenflug ein präzises 3D-Aufmaß des Bestands, das direkt in PV*SOL, Eturnity und andere Planungstools exportiert werden kann - DIN-konform, in weniger als 24 Stunden, ohne Dachbegehung.