Das Telefon bei Solarinstallateur Henning Lorang aus der Nähe von Trier steht seit Bekanntwerden der Reformpläne kaum still. Sein Kommentar bringt die aktuelle Lage auf den Punkt: Viele Kunden wollen eine PV-Anlage installieren lassen, solange es die Einspeisevergütung noch gibt. Was für ihn kurzfristig ein Segen ist, birgt mittelfristig ein ernstes Risiko - einen Markteinbruch, sobald der Förderstrom versiegt.
Was steckt genau hinter den Plänen der Bundesregierung? Welche Auswirkungen drohen deinem Betrieb? Und vor allem: Welche konkreten Maßnahmen sichern dein Geschäft jetzt und in Zukunft? Dieser Branchencheck liefert die Antworten.
Was plant die Bundesregierung wirklich?
Seit Ende Februar 2026 ist klar: Das Ende der Einspeisevergütung ist keine Spekulation mehr. Ein geleakter Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium zeigt, dass die Bundesregierung die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen unter 25 Kilowatt zum 1. Januar 2027 vollständig abschaffen will.
Wer überschüssigen Strom trotzdem einspeisen möchte, soll ihn über einen zugelassenen Direktvermarkter an der Strombörse verkaufen. Der Erlös hängt dann vom aktuellen Marktpreis ab - ohne staatliche Absicherung. Zusätzlich ist geplant, die Einspeiseleistung kleinerer Anlagen dauerhaft auf 50 Prozent der installierten Leistung zu kappen - was Investitionen in Batteriespeicher faktisch zur Pflicht macht.
| Aspekt | Heute (bis Ende 2026) | Geplant ab 2027 |
|---|---|---|
| Einspeisevergütung | Fest: 7,78 ct/kWh (bis 10 kWp, Teileinspeisung) | Gestrichen für neue Anlagen bis 25 kWp |
| Vermarktungsmodell | Staatlich garantierte Festvergütung | Direktvermarktung am Strommarkt (Börsenstrompreis) |
| Einspeisekappung | Keine Begrenzung der Einspeisung | Max. 50 % der installierten Leistung ins Netz |
| Smart Meter | Pflicht ab 7 kWp | Pflicht für neue Anlagen als Voraussetzung der Direktvermarktung |
| Bestandsschutz | Gilt für alle Anlagen mit Inbetriebnahme bis 31.12.2026 | Nur für Anlagen, die vor 2027 in Betrieb genommen wurden |
| Übergangsregelung | - | Netzbetreiberabnahme bis Ende 2027 (bis 25 kWp) bzw. 2028 (bis 10 kWp) |
Bestandsschutz gilt: Alle PV-Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb genommen werden, erhalten die aktuelle Einspeisevergütung für volle 20 Jahre - unabhängig von der geplanten EEG-Reform. Für dich als Solarinstallateur bedeutet das: Jede Anlage, die du noch 2026 ans Netz bringst, sichert deinen Kunden die garantierte Vergütung. Nutze dieses Argument aktiv in der Kundenansprache.
Wichtig: Der EEG-2027-Entwurf ist noch kein verabschiedetes Gesetz. Es handelt sich um einen Arbeitsentwurf des Ministeriums, der innerhalb der Regierung noch nicht abgestimmt ist. Das Gesetzgebungsverfahren läuft, eine endgültige Entscheidung wird im Lauf von 2026 erwartet. Die Richtung ist allerdings eindeutig.
Die direkten Folgen für Solarteure
Kurzfristig: Boom durch den Jetzt-Effekt
Die Pläne erzeugen unmittelbar eine starke Nachfragewelle. Wer heute anruft, will seine Anlage noch 2026 ans Netz bringen. Unabhängig davon, was die Politik ab 2027 beschließt, erhält man für eingespeisten Strom die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme geltenden Vergütungssätze. Bei einer Anlage, die im Februar 2026 in Betrieb geht, sind das 7,78 Cent pro kWh für Überschusseinspeisung - garantiert bis 2046.
Für gut aufgestellte Betriebe ist das eine einmalige Vertriebschance. Wer jetzt schnell und professionell anbieten kann, füllt seinen Auftragskalender für die nächsten Monate.
Mittelfristig: Rückgang im Einfamilienhaus-Segment
Eine Photovoltaikanlage mit zehn Kilowatt-Peak-Leistung produziert jährlich rund 10.000 Kilowattstunden Strom - ohne intelligente Steuerung und Speicher fließen davon meist 70 bis 80 Prozent ins Netz. Fällt die Einspeisevergütung weg, verlieren Betreiber jährlich zwischen 550 und 620 Euro. Auf die Mindestlebensdauer von 20 Jahren gerechnet summiert sich dieser Einnahmeausfall auf 11.000 bis 12.500 Euro.
Das wird zögernde Privatkunden hemmen. Anlagenbauer Lorang befürchtet genau das: Ohne Einspeisevergütung würden deutlich weniger Kunden in größere Anlagen investieren. Das klassische Einfamilienhaus-Geschäft schrumpft - zumindest vorübergehend.
Die gute Nachricht: Eigenverbrauch bleibt wirtschaftlich
Die Berechnung zeigt ein klares Bild: Wer den Großteil seines Solarstroms selbst nutzt, ist von den geplanten Kürzungen kaum betroffen. Dank des hohen Eigenverbrauchs vor Ort erzielt eine Musteranlage durchweg gute wirtschaftliche Ergebnisse.
Die tatsächlichen Kosten für Solarstrom liegen je nach Anlagengröße bei nur 8 bis 12 Cent pro kWh. Daraus ergibt sich eine Ersparnis von rund 27 bis 31 Cent pro kWh Eigenverbrauch. Dieser Unterschied macht den Eigenverbrauch zum wirtschaftlich stärksten Faktor einer Photovoltaikanlage.
Neue Wachstumsfelder: Wo Solarteure jetzt punkten können
1. Gewerbliche Dachanlagen: Das unterschätzte Segment
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel im gewerblichen Dachsegment. In Q1/2026 entfielen bereits 60 Prozent der installierten Gesamtleistung auf gewerbliche Anlagen - 2023 waren es noch rund 25 Prozent. Das unerschlossene Potenzial auf Industrie- und Logistikdächern ist enorm: Branchenexperten schätzen, dass über 80 Prozent der geeigneten Flächen noch ungenutzt sind.
Gewerbliche Anlagen über 25 kWp sind von der geplanten Streichung der Einspeisevergütung nicht betroffen. Für Gewerbebetriebe mit hohem Eigenverbrauch rechnen sich PV-Anlagen auch ohne staatliche Förderung. Steuerliche Instrumente wie der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG machen die Investition zusätzlich attraktiv.
2. Speicher und Sektorenkopplung
Stromspeicher, dynamische Stromtarife und intelligentes Energiemanagement gewinnen rasant an Bedeutung - denn die optimale Nutzung des eigenen Solarstroms wird zum entscheidenden Faktor. Die Kombination aus PV-Anlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Elektrofahrzeug hat sich als bevorzugtes Gesamtsystem für Eigenheimbesitzer und Gewerbebetriebe etabliert. Wer eine Wärmepumpe betreibt oder ein Elektroauto fährt, steigert seinen Eigenverbrauch - und damit den wirtschaftlichen Anreiz für eine eigene Solaranlage.
Tipp: Positioniere Kombipakete aus PV + Speicher + Wallbox als neues Standard-Angebot - der Auftragsumfang und der Deckungsbeitrag steigen.
3. Mehrfamilienhäuser und Energy Sharing
Mieterstrom bleibt auch ohne Einspeisevergütung wirtschaftlich. Der Mieterstromzuschlag ist im EEG-Gesetzentwurf ausdrücklich nicht angetastet - die zentrale Förderung bleibt bestehen, unabhängig davon, was mit der Einspeisevergütung passiert.
Gerade mit dem neuen Energy Sharing nach §42c EnWG ab Juni 2026 entstehen attraktive Möglichkeiten für Mehrfamilienhäuser. Hier gibt es wenig Konkurrenz, und die Projekte sind in der Regel komplexer - also besser bezahlt.
Was du jetzt konkret tun solltest
Kund:innen, die noch 2026 eine Anlage in Betrieb nehmen, sichern sich 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Kommuniziere diesen Bestandsschutz aktiv in Beratung, Angeboten und Social Media - der Zeitdruck ist ein echter Vertriebsmotor.
Da die Einspeisung ab 2027 auf 50 % gekappt wird und die Vergütung entfällt, wird Eigenverbrauch zur zentralen Wirtschaftlichkeitsgröße. Biete PV und Batteriespeicher künftig standardmäßig als Kombipaket an - das erhöht Auftragswert und Kundenzufriedenheit.
Gewerbliche Anlagen über 25 kWp sind von der Streichung der Einspeisevergütung nicht betroffen und rechnen sich bei hohem Eigenverbrauch ohnehin gut. Laut Branchendaten entfielen in Q1/2026 bereits 60 % der neu installierten Gesamtleistung auf gewerbliche Anlagen - das Potenzial auf Industrie- und Logistikdächern ist enorm.
Das Mieterstrommodell bleibt vom EEG-Entwurf ausdrücklich unberührt - der Mieterstrommzuschlag soll bestehen bleiben. Besonders ab Juni 2026 bietet Energy Sharing nach §42c EnWG neue Möglichkeiten für Mehrfamilienhäuser. Positione deinen Betrieb frühzeitig für dieses wachsende Segment.
Der wachsende Bestand an installierten Anlagen braucht regelmäßige Wartung und Thermografie-Inspektionen. Ein Servicemodell mit Jahresverträgen schützt deinen Umsatz unabhängig von Förderänderungen und schafft planbare Einnahmen.
Wer schneller und präziser anbietet, gewinnt mehr Aufträge - gerade in einem Markt mit höherem Wettbewerbsdruck. Mit KI-gestütztem Drohnenaufmaß kannst du in weniger als 24 Stunden ein DIN-konformes 3D-Dachmodell liefern und Angebote deutlich schneller erstellen als Mitbewerber.
Digitale Planung als Wettbewerbsvorteil in einem härteren Markt
In einem Markt, der sich neu justiert, entscheiden Geschwindigkeit und Professionalität im Vertrieb. Wer am schnellsten ein präzises Angebot auf dem Tisch hat, gewinnt den Auftrag.
Genau hier setzt die KI-gestützte Drohnenvermessung von Airteam an: Du fliegst einmal mit der Drohne, lädst die Bilder hoch - und erhältst in weniger als 24 Stunden ein DIN-zertifiziertes 3D-Dachmodell mit bis zu 99,9 % Genauigkeit, das sich direkt in PV-Planungssoftware wie PV*SOL, Eturnity oder SMA Sunny Design importieren lässt. Kein Dachaufstieg, keine manuelle Messung, keine Fehler im Angebot.
Das bedeutet konkret:
- Mehr Angebote in weniger Zeit - bis zu 90 % Zeitersparnis gegenüber manueller Vermessung
- Professionelle 3D-Visualisierung direkt beim Erstkundentermin als Verkaufsargument
- Geringeres Unfallrisiko durch vollständigen Verzicht auf Dachbegehungen
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Erfolgsgeschichte von 1Komma5° Rosenheim, die mit Airteam ihre PV-Planung massiv beschleunigt haben.
FAQ: Häufige Fragen zur EEG-Reform 2027
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Fazit: Die Kürzung ist eine Weichenstellung - keine Katastrophe
Die geplante Streichung der Einspeisevergütung verändert den PV-Markt strukturell. Das Einfamilienhaus-Geschäft auf Einspeisung verliert an Attraktivität - doch gleichzeitig entstehen neue, attraktivere Segmente im Gewerbe, bei Mehrfamilienhäusern und im Speichergeschäft. Betriebe, die jetzt umsteuern, gehen gestärkt aus dem Umbruch hervor.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob sich Photovoltaik noch lohnt - sondern wer die Kunden am schnellsten, professionellsten und präzisesten berät. Digitale Planung mit Drohne und KI ist kein Nice-to-have mehr, sondern der Hebel, mit dem du mehr Aufträge in weniger Zeit gewinnst.
Lies dazu auch unseren Artikel über Wettbewerbsvorteile für Solarbetriebe mit Drohne und KI - oder starte direkt mit dem kostenlosen Airteam-Test.




